Präventions- und Meldestelle

An der Generalversammlung 2026 wurde die neu geschaffene Präventions- und Meldestelle des Ruderclubs Baden und das Konzept dazu vorgestellt.

Eine der wichtigsten präventiven Massnahmen ist die Bestimmung von Kontaktpersonen, die informieren und an die man sich bei Fragen und Problemfällen wenden kann. Ewald Grobert (praevention_ewald@rcbaden.ch) und Christina Wunderlin (praevention_christina@rcbaden.ch) sind die Kontaktpersonen im RCB:

Die Aufgaben der Kontaktpersonen:

  • Sie vertreten die Werte der Ethik-Charta und markieren mit ihrer Präsenz, dass im Club eine Null-Toleranz betreffend Gewalt, Ausbeutung oder sexueller Übergriffe herrscht.
  • Sie informieren präventiv und pflegen den Kontakt zu unseren Trainer:innen.
  • Sie informieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene darüber, an wen sie sich bei Fragen oder Problemen wenden können.
  • Sie setzen sich für eine positive Kritikkultur ein, die Störungen anspricht und Lösungen aufzeigt.
  • Sie sind zuständig für unsere jungen Mitglieder und ihre Eltern, die auf Grenzverletzungen hinweisen wollen.
  • Sie verstehen sich als Hüter:in von Grenzen, nicht als Schnüffel-Detektive; nur in einem Klima des Vertrauens wird man sie auch beiziehen, wenn eine Dynamik in eine ungute Richtung geht oder sogar etwas vorfällt.
  • Das «Mehr-Augen-Prinzip» ermöglicht eine für alle Seiten faire Vorgehensweise.
  • Als aktive Mitglieder im RCB sind Ewald und Christina im Club vernetzt, vertraut und nehmen sich Zeit, ungute Situationen zu beobachten und zu verstehen. Sie werden eine Person niemals vorschnell verurteilen!
  • Als ausgebildeter Sozialarbeiter bzw. Pfarreiseelsorgerin haben unsere Präventionsverantwortlichen täglich mit Behörden zu tun, kennen die Anlaufstellen persönlich und können Personen, die auf sie zukommen gut beraten und begleiten.

Die Präventions- und Meldestelle orientiert sich an den «Neun Prinzipien der Ethik-Charta im Sport», herausgegeben von Swiss Olympic. Diese verpflichtet Vereine, neben den olympischen Werten Leistung, Freundschaft und Respekt auch ethische Grundsätze im Alltag umzusetzen. Swiss Olympic ist der Dachverband des Schweizer Sports und das Nationale Olympische Komitee der Schweiz, somit das höchste Gremium der Schweizer Sportwelt. Neben der Unterstützung und Förderung sämtlicher Sportbereiche und Sportvereine, hat sich der Verband verpflichtet, ethische Prinzipien in einer speziellen Charta aufzunehmen.

Die Ethik-Charta von Swiss Olympic umfasst neun Prinzipien:

  1. Gleichbehandlung für alle.
    Nationalität, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, soziale Herkunft, religiöse und politische Ausrichtung führen nicht zu Benachteiligungen.
  2. Sport und soziales Umfeld im Einklang.
    Die Anforderungen in Training und Wettkampf sind mit Ausbildung, Beruf und Familie vereinbar.
  3. Stärkung der Selbst- und Mitverantwortung.
    Sportlerinnen und Sportler werden an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt.
  4. Respektvolle Förderung statt Überforderung.
    Die Massnahmen zur Erreichung der sportlichen Ziele verletzen weder die physische noch die psychische Integrität der Sportlerinnen und Sportler.
  5. Erziehung zu Fairness und Umweltverantwortung.
    Das Verhalten untereinander und gegenüber der Natur ist von Respekt geprägt.
  6. Gegen Gewalt, Ausbeutung und sexuelle Übergriffe.
    Physische und psychische Gewalt sowie jegliche Form von Ausbeutung werden nicht toleriert. Sensibilisieren, wachsam sein und konsequent eingreifen.
  7. Absage an Doping und Drogen.
    Nachhaltig aufklären und im Falle des Konsums, der Verabreichung oder der Verbreitung sofort einschreiten.
  8. Verzicht auf Tabak und Alkohol während des Sports.
    Risiken und Auswirkungen des Konsums frühzeitig aufzeigen.
  9. Gegen jegliche Form von Korruption
    Transparenz bei Entscheidungen und Prozessen fördern und fordern. Den Umgang mit Interessenkonflikten, Geschenken, Finanzen und Wetten regeln und konsequent offenlegen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Punkt 6. Gerade in einem Verein, in dem erfreulicherweise viele Junior:innen trainieren, besteht leider ein erhöhtes Risiko für Übergriffe. Um jeglicher Form von Gewalt, Ausbeutung und sexuellen Übergriffen im RCB vorzubeugen und damit gemeinsam unsere soziale Verantwortung wahrzunehmen, bedarf es präventiver Massnahmen. Unter anderem deshalb hat der Ruderclub Baden diese Präventions- und Meldestelle geschaffen hat. Der RCB und alle seine Mitglieder sprechen sich klar gegen jegliche Form von Gewalt, Ausbeutung und sexuellen Übergriffen aus. Alle Mitglieder des RCB müssen diesbezüglich sensibel und wachsam sein.

Im Vorstand zuständig für die Präventions- und Meldestelle und Ansprechpersonen für die Kontaktpersonen sind der:die Präsident:in und das für Ethik zuständige VS-Mitglied.

Im Konzept Präventions- und Meldestelle für den Ruderclub Baden sind die Aufgaben der Präventions- und Meldestelle und der Kontaktpersonen beschrieben. Das Konzept wird bei Bedarf angepasst und verbessert. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Alle direkt oder indirekt betroffenen Personen im RCB sollen wissen, dass das Melden von Grenzübergriffen erwünscht ist und nicht Petzen/Anschwärzen ist.
  • Es wurden Richtlinien und Verhaltensregeln definiert, um Übergriffen vorzubeugen.
  • Sexuelle Übergriffe sind ein absolutes No-Go und werden umgehend gestoppt und sanktioniert. Opfer von sexuellen Grenzverletzungen erhalten Betreuung und Information darüber, welcher Schutz beansprucht werden kann.
  • Falls erforderlich, wird der RCB-Vorstand konsequent eingreifen.
  • In schwerwiegenden begründeten Fällen können polizeiliche Untersuchungen und Strafanzeigen nicht ausgeschlossen werden.

Der RCB ist also mit der Präventionsstelle gewappnet – und hoffentlich werden wir niemals schwerwiegende Probleme in unserem Club haben.

Gib Gewalt, Ausbeutung und sexuellen Übergriffen keine Chance!
Tanja Berger, Präsidentin RCB
Jessica Granchi, RCB VS-Mitglied Projekte und Ethik
Ewald Grobert und Christina Wunderlin, Kontaktpersonen RCB Präventions- und Meldestelle

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