Euro Masters Bled 2021

Ruderbegeisterung altert nicht! David Bodmer (1955) und Günter Kraut-Giesen (1950) vom Ruderclub Baden haben an der Euro Masters Regatta in Bled (Slowenien) vom 16.-18. September erneut Spitzenplätze belegt. Nach allen abgesagten Rennen (Corona) im Vorjahr trainierten beide intensiv für diese Herausforderung von sportbegeisterten Ruderfreunden in der gleichen Alterskategorie.

Im Zweier ohne erreichten beide den 1. Rang in ihrer Kategorie, wogegen es in einem weiteren Rennen im 2- gegen etwa 9 Jahre jüngere Masters „nur“ für Platz 3 reichte. Zusammen mit Ruderfreunden aus Ungarn erreichten David und Günter im Achter und im Vierer ohne den 1. Rang in ihrer Kategorie.

Nach dem Rennen blieb noch Zeit, die schöne Landschaft in der Seenlandschaft von Bled zu geniessen und alte Freundschaften aufzufrischen.

Bilac-2021

Das Bilac-Fieber ist im Ruderclub Baden angekommen. Der Massenstart erfolgte am 18. September um 09.00 Uhr mittels Böllerschuss (fast wie an der Vogalonga). Zwei Gig-Boote des RCB starteten im Hafen von Neuenburg und ruderten via Zihlkanal durch den Bielersee bis Biel. Etwa 400-500 Ruderbegeisterte haben mitgemacht und erreichten, je nach Kondition, in 2 bis 4 Stunden das Ziel. Es kommt nach dieser Erfahrung nicht ganz zufällig wieder der Wunsch, eine Teilnahme an der Vogalonga in Venedig zu planen. Dort starten allerdings etwa 10’000 Wassersportbegeisterte und rudern/paddeln ebenfalls rund 30 km. Einige Köpfe rauchen bereits.

Schweizer Meisterschaft 2021

Nach langer Corona-Pause haben wir uns gefreut auf die Schweizer Meisterschaften am 11. und 12. September. Konnten wir doch endlich mal wieder ein Rennen fahren anstatt immer nur auf der Limmat zu trainieren.
Der Rotsee erwartete uns mit perfekten Ruderbedingungen und gab uns den Motivationsschub, für den allein es sich schon lohnt, das ganze Jahr zu trainieren.


Zuerst startete Ewald Grobert im gemischten Doppelzweier der Altersklasse E zusammen mit Ulrike Lohmann vom Belvoir Ruderclub Zürich. Die beiden erkämpften sich einen schönen zweiten Platz und somit die Silbermedaille. Ein Auftakt nach Mass.
Ewald Grobert und Andreas Pirscher stellten sich danach im Masters E Doppelzweier dem Starter. Insgesamt waren in diesem Rennen 10 Boote gemeldet. In einigen der Boote befanden sich Seriensieger der World-Masters-Regatten der letzten Jahre. Im Vorlauf konnten wir uns zwar noch souverän für das Finale qualifizieren. Jedoch reichte es dann im Finale nur für einen 6. Platz.
Im Achter mussten wir in diesem Jahr als einziges Masters-D-Boot gegen drei Boote der jüngeren Akltersklasse C antreten. In der Besetzung Andreas Pirscher, Peter Flohr, Dino Kabosch, Michael Hagenbach, Rainer Hövel, Peter Gloor, Fredi Ammann, Hans Ackermann und Steuerfrau Jessica Granchi fuhren wir beherzt los, so dass wir im ersten Streckenteil gut im Feld lagen. Im zweiten Streckenabschnitt mussten wir dann aber leider den jüngeren Booten den Vortritt lassen und wurden Vierter.
Michael Hagenbach, Ewald Grobert, Hans Ackermann und Fredi Ammann hatten im Doppelvierer viele Monate gut trainiert und sich viel vorgenommen für das Masters E Rennen. Es war ein wirklich hartes Rennen und wurde belohnt mit der Bronzemedaille hinter zwei Booten aus Zürich.

Unsere Spitzensportlierin Olivia Nacht ist mit ihren Kolleginnen vom SC Luzern gestartet. Sie erreichten in 3 Kategorien (4-/4x/Achter) den 1. Rang.

Die Rangliste der SM 2021 und viele super Bilder sind unter www.swissrowing.ch

Text: Andreas Pirscher, Fotos: Ute Pirscher und Detlev Seyb (Swissrowing)

Limmatsteg Neuenhof Würenlos

In wenigen Jahren soll ein neuer Limmatsteg die Ufer von Neuenhof und Würenlos verbinden. Konkret soll der Steg auf der einen Flussseite nahe dem Neuenhofer Quartier Kirchfeld zu stehen kommen, auf der anderen Limmatseite bei der Kleingartenanlage im Gebiet Chlosterschür. Dieses befindet sich im Grenzgebiet zu Wettingen (siehe Bild BVU).

Der Limmatsteg wird zur Verbindung für Fussgänger und Velofahrer, als Teil der kantonalen Radroute Sulpberg-Rüsler. Unter sechs Eingaben hat die Jury des Kantons das Siegerprojekt „Ardeidae“ des Tessiner Ingenieurbüros Pedrazzini Guidotti Sagl aus Lugano auserwählt.

Das Siegerprojekt wird die Limmat mit einer Länge von 120 m ohne Pfeiler überspannen. Die Stahlkonstruktion wird gegenüber der Limmat eine Durchfahrtshöhe von 2.5 m zulassen. Der Ruderclub Baden hat in seiner Eingabe speziell auf eine Brücke ohne Pfeiler hingewiesen. Dies hat nicht nur für die Umwelt Vorteile, sondern eröffnet auch die Chance, den Ruderclub Baden besser sichtbar zu machen. Beispielsweise für unsere Zuschauer ab dem Baden Achter Cup ca. im Jahr 2025.

Limmat zwischen Chlosterschür (Würenlos/Wettingen) und Neuenhof-Kirchfeld (Quelle: BVU)

Olivia Nacht U23 EM Kruszwica

Einen erfolgreichen Auftakt machte Olivia Nacht an der U23 Regatta in Kruszwica (PL) am 4. September. Im Leichgewichtseiner ruderte sie ein starkes Rennen und fuhr direkt in den A-Final. Viele von uns drückten ihr, meist aus der Ferne, die Daumen. Auf dem Bild sieht man ihre Liebe zum Detail. Sogar die Fingernägel passen zu Swissrowing.

Den ersten A-Final des Tages mit Schweizer Beteiligung hat Olivia Nacht im Leichtgewichtseiner bestritten. Sie lag früh auf dem vierten Zwischenrang und machte sich auf der zweiten Streckenhälfte daran, die Lücke zu den Podestplätzen zu schliessen. Dies gelang ihr fast, aber der eindrückliche Endspurt reichte trotzdem nicht mehr für Bronze. Der 4. Rang ist eine super Leistung mit einem Abstand zum drittplatzierten Boot von nur gut einer Sekunde.

Foto: Swissrowing, Detlev Seyb

Ruder Marathon 2021

Vier kräftige Ruderer und Kerstin sind am 4. September zum Rudermarathon Kreuzlingen-Steckborn gestartet. Die 42 km haben es zwar in sich, doch kommt der Kontakt mit Ruderfreunden nicht zu kurz. Schon gar nicht zu reden vom kulinarischen Teil. Bereits der Start im RC Kreuzlingen beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück. Dann folgt bald der erhabene Ausbilck auf Konstanz und das beschleunigte Rudern im Seerhein. Auf dem Untersee bis Steckborn ist wieder die volle Ruderkraft gefordert und auch hier darf man die Natur geniessen. Die Pause in Steckborn ist der zweite kulinarische Höhepunkt. Der Dritte ist wieder in Kreuzlingen nach der anstrengenden Ruderstrecke von nochals 21 km. Mehr dazu von Kerstin im RCB Kontakt 2021-3 im November.

Einwassern im RC Kreuzlingen

Wanderfahrt 2021- Vierwaldstättersee

Mit den drei 5er Gig-Booten und dem Dreizack starteten 18 Ruderinnen und Ruderer des Ruderclub Baden am 26. August die Ruderfahrt 2021 in Flüelen. Trotz teilweise wenig attraktiven Wetterprognosen gabe es die drei Tage weder Wind über ca. 2 Beaufort noch Regenschauer. Das Hotel SchmidAlfa in Brunnen hat unser Wanderfahrtorganisator Alex Pfirter so ausgewählt, dass wir alle Standorte per ÖV erreichen konnten und zudem kulinarisch sowie auch mit Blick auf den Vierwaldstättersee perfekt positioniert waren. Dies hat sicher auch zur guten Stimmung beigetragen. Insgesamt ein tolles Erlebnis, über das im RCB-Kontakt 2021-3 vom November detaillierter berichtet wird.

Sponsorrudern Vittorioso 2021

Das Sponsorrudern vom 21. August ist mit viel Enthusiasmus durchgeführt worden. Über 30 Juniorinnen und Junioren haben Spender/innen angesprochen und möglichst viel km gerudert. Der Erfolg ist beachtlich. Mehr als 3’000 Franken kamen als Spende zusammen und helfen mit, das Jugendförderprojekt Vittorioso zu finanzieren. Für die Fotos sass ich bei mehreren Trainern im MoBo und durfte feststellen, dass die Zusammenarbeit von Trainern sowie Athleten gut funktioniert und viele Juniorinnen/Junioren beachtliche Fortschritte machen. Auf die kommende Regattasaison dürfen wir gespannt sein. / CM

Sommerfest und Clubregatta 2021

Endlich Sommerwetter für das RCB-Sommerfest zusammen mit der Clubregatta. Für das Sommerfest hat Vizepräsident Claudio Obrist das Zepter übernommen und für die Clubregatta Ruderchef Achim Gsell. Vor einem Jahr mussten beide Anlässe wegen Corona abgesagt werden. Umso grösser waren die Vorfreude und auch die Beteiligung unserer Mitglieder. Ausserdem gab es eine Premiere: Weisser Rauch stieg auf über dem Bootshaus und Claudio konnte erstmals einen Cheftrainer vorstellen. Die geplante Bootstaufe folgt später, da das neue Gig-Boot noch nicht geliefert werden konnte.

Zu Beginn des Nachmittags wurden 6 Renn-Vierer bereit gemacht. Die Mannschaften mussten sich vorher anmelden und auch den Jahrgang mitteilen. Das durchschnittliche Alter der Besatzung ergab eine Zeitadjustierung für den Start. Somit war der Zieleinlauf für die nachfolgende Runde entscheidend (Ko-System). Im Final über die Strecke von 500m siegte das Boot von Hans Ackermann, Peter Gloor, Ewald Grobert und Michael Hagenbach (Masters-Team 1).

Mitte Nachmittag folge das Gig-Rennen mit ebenfalls 6 Mannschaften. Die Mannschaftsbildung und die Bootszuteilung erfolgte durch Los. In allen Booten waren Juniorinnen/Junioren und erfahrene Ruderinnen/Ruderer in ähnlicher Gewichtung vertreten. Auch diese Rennen waren extrem spannend, wurden von vielen Zuschauern applaudiert und lediglich ein Start musste wegen „Fast-Kollision“ wiederholt werden. Super Nachwuchsförderung: Olympiaruderer Scott Bärlocher motivierte eine Juniorin als Schlagfrau im Gig-Boot. In der letzten Runde lag das Team mit Jonathan Kaufmann, Athanasiou Alcibiade, Luigi Zadra Samuel Holland und Klaus Dittmann an der Spitze.

Ruderchef Achim Gsell dankte bei der Rangverkündung für die Unterstützung aller Helfer, darunter Paul Dätwyler, der für die zeitlich korrekt gestaffelten Starts der Boote unter der Autobahnbrücke zuständig war. Achim übergab dem Präsidenten David Bodmer das Wort, der die Ereignisse im ersten Halbjahr und kommende Anlässe beleuchtete sowie Stefan Kalt zum 25-jährigen Jubiläum gratulierte.

Claudio Obrist rekapitulierte einige Meilensteine im Projekt „Vittorioso“. Man spürte, wie sehr im dieses Jugendförderprojekt am Herzen liegt. Besonders freute er sich, den Cheftrainer Mischa Frank vorstellen zu dürfen, der ab Oktober sein Teilzeitpensum im RCB antritt und die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer unterstützen wird (mehr dazu folgt im RCB-Kontakt 2021-2). Beim anschliessenden Apéro und Nachtessen gab es Gelegenheit für viele Gespräche und erste Kontakte mit Mischa Frank. Für die Jugendlichen gab es Spiele für’s Kräftemessen und die Geschicklichkeit. Das Sommerwetter hielt sich bis in den späten Abend und dann waren nochmals die Helferinnen/Helfer im Einsatz, damit am Sonntag der Ruderbetrieb ungestört weitergehen konnte. 

Tokio 2021 Scott Bärlocher

Scott Bärlocher als Olympia-Ersatzmann im Vierer: Fit für jeden Einsatz

Am Freitag den 23. Juli ist mit der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die längste Olympiade der Geschichte zu Ende gegangen. Viele Athleten und Athletinnen haben auf diesen Moment gewartet, so auch wir, die Athleten der Schweizerischen Rudernationalmannschaft.
Am Montag vor den Spielen sind wir von unserem Trainingslager 600 km westlich von Tokio ins Olympische Dorf gereist. Der erste Eindruck des Dorfs ist überwältigend. Auf einer Fläche von 44 Hektaren leben die besten Athleten der Welt. Man ist den Weltstars der Sportwelt und seinen grössten Vorbildern gleichgestellt. Hier sind Athleten aus 206 Nationen, die miteinander wohnen und essen. Alle haben das gleiche Ziel und den gleichen Traum. 

Nach den ersten drei Tagen beruhigt man sich etwas und kann sich besser auf seinen eigenen Sport fokussieren. Man kommt in einen strukturierten Tagesablauf. Täglich sind wir mit Bussen vom Dorf zum Trainingsgelände gefahren worden, wo wir auf einer abgegrenzten Strecke des Meeres gerudert sind. Nach unseren Trainings beziehungsweise Rennen sind wir zurück ins Dorf gefahren. Die Erholung stand hier ganz im Zentrum mit Physios und Eisbädern, um sich von der immensen Hitze abzukühlen. 

Am selben Tag wie die Eröffnungsfeier hat die Olympische Ruderregatta begonnen. Der Wettkampf dauerte eine Woche. Nach einem Vorlauf, Hoffnungslauf und dann schliesslich Final hat der Vierer, für den ich Ersatzmann war, den neunten Rang erreicht.
Auf Grund der COVID-Regelungen mussten wir innerhalb 48 Stunden nach unserem letzten Rennen Japan verlassen. So befanden wir uns einen Tag nach dem Final im Flugzeug auf dem Weg nach Hause.
Trotz der zahlreichen Restriktionen an den Spielen war das Erlebnis für mich grossartig. Obwohl es keine Zuschauer gab und wir andere Sportarten nicht schauen durften, war der Olympische Geist überall präsent. Die Spiele sind etwas wirklich Spezielles. Für mich ist jetzt noch klarer, warum ich wöchentlich 25 Stunden trainiere. In drei Jahren möchte ich und werde ich an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen. Der Traum von Olympischem Gold ist grösser als je zuvor. 

Text Scott Bärlocher

Olympia-Team 4er ohne mit Scott Bärlocher vom Ruderclub Baden (inks im Bild)