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Das allerhärteste Achter-Rennen der Schweiz
Lediglich ein eiskaltes Lächeln haben die Mitglieder des Ruderclubs Baden für die Organisatoren des Achter-Rennens auf dem Rhein in Eglisau übrig, bei dem der Badener Achter dieses Jahr den fünften Rang erruderte. Der Slogan der Zürcher ist: „Das härteste Achter-Rennen der Schweiz“. Die Badener haben am letzten Samstag vor Weihnachten bewiesen: der BADEN Achter Cup ist „Das allerhärteste Achter-Rennen der Schweiz“. Denn während auf dem Rhein lediglich die 10 Kilometer lange Renn-Strecke bewältigt werden muss, rudert man auf der Limmat zuerst 7 Kilometer bis zum Start und danach nochmals 6.5 Kilometer im Renntempo. Was aber noch viel eindrücklicher war an der diesjährigen 7. Austragung des Badener Club-Anlasses: während andere mit dem Snowboard Richtung Piste fuhren, und während in Eglisau immerhin 4 Grad über Null herrschten, startete der BADEN Achter Cup bei -6 Grad, Schneefall und steifem Gegen-Wind: Nichts für Stubenhocker! Den Ruderinnen und Ruderern schien dies am wenigsten auszumachen, eine Rekordzahl von 15 Achtern aus fünf verschiedenen Clubs ruderten um den grossen Siegerpokal. Schon eher hatte das Material Mühe: die elektronischen Verstärker-Anlagen der Steuerleute fielen schon nach dem ersten Rennen teilweise aus, und nach wenigen Schlägen waren Boote und Ruder mit Eis bedeckt. Unter den etwas garstigen Verhältnissen konnten keine Bestresultate erzielt werden, die Zeiten lagen rund eine halbe Minute über dem Vorjahres-Wert. Wiederum siegten die Badener Elite-Ruderer, welche dieses Jahr an den Schweizermeisterschaften die Bronze-Medaille gewonnen hatten. Allerdings nicht ohne von ihren Club-Kollegen hart gefordert geworden zu sein. In drei Serien fuhren jeweils 5 Mannschaften im sogenannten Head-Modus auf der Strecke zwischen Oetwil und Neuenhof um die schnellste Zeit. Bei vielen ging es allerdings einfach nur ums Mitmachen und die Herausforderung, diese doch ungewöhnlichen Verhältnisse zu meistern. Im Ruderclub Baden und bei seinen Gast-Clubs herrscht jeweils in den Wochen vor dem BADEN Achter Cup eine rege Trainings-Betriebsamkeit, wenn alle trotz Wintersaison auf den Anlass hin trainieren. Aufsehen erregte dieses Jahr ein Badener Juniorinnen-Achter, welcher sich um die beiden Jungtalente Cornelia Haueisen und Marise Eigel (Silbermedaillen-Gewinnerinnen an der SM 2009 im Doppelzweier) gebildet hatte, den Parcours zwar auf dem letzten Rang beendete, dafür aber noch ein neu erworbenes Boot, einen Vierer, taufen durfte. Bemerkenswert war, dass in lediglich zwei Achtern (Waldshut 2 und Polytechniker Zürich 3), also auch bei sämtlichen Gast-Clubs mindestens ein Ruderer dabei war, der im RC Baden Mitglied ist oder zumindest einmal war. Prominentester Athlet war dabei Ex-Mister Germany Ralph Schulz, der 1991 für den RC Baden als Junior eine Bronze-Medaille an der SM gewann und nun mit Waldshut 1 ein Comeback auf der Limmat gab. Dass er dabei aber kaum auffiel, hat mit dem Charakter des BADEN Achter Cups zu tun: jede und jeder ist hier als Gast gleichermassen freundlich willkommen, bei einem grandiosen Brunch-Buffet im völlig überfüllten Clubhaus in Neuenhof lernt man sich beim Aufwärmen von der Kälte gegenseitig kennen, die Freude am Rudern und an der Kameradschaft ist das Wichtigste. Alles hat den Flair eines grossen Familien-Anlasses: am Steg tummeln sich Familien mit Hunden, neben der Bootshalle steht ein Schlitten und bei der Siegerehrung spielen zwei Kinder unter dem Tisch, auf dem der grosse Pokal steht. Knapp 170 Personen nahmen am grössten Club-Anlass des Badener Ruderclubs teil, eine Grössenordnung, die den ehrenamtlichen Verein jedes Jahr an die Belastungsgrenze bringt, aber von seinen Mitgliedern jährlich aufs Neue mit Freuden in Angriff genommen wird. Der BADEN Achter Cup hätte das Zeug, eine der grössten Achter-Regatten der Schweiz zu werden. Doch die Badener haben sich hier bereits selber eine Limite gesetzt: teilnehmen sollen maximal 15 Teams, vor allem aus dem eigenen Verein, eingeladen werden zusätzlich lediglich vier weitere Ruderclubs aus der Nachbarschaft: der Ruderclub Hallwilersee, der Ruderclub Aarburg, der Wassersportverein Waldshut und – als Vertreter der zahlreichen Zürcher Rudervereine – der Polytechniker Ruderclub Zürich. Auch das Datum wird vorerst gleich bleiben: der letzte Samstag vor Weihnachten. Komme was wolle.
Adrian Knaup, Ennetbaden
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